Mering kämpft sich in Meitingen von 7:11 auf 19:19. Am Ende steht zwar eine 23:29 Niederlage auf der Anzeigetafel, aber die Meringerinnen haben an diesem Abend mehr gezeigt, als das Ergebnis verrät.

19:19! So stand es nach 45 Minuten beim TSV Meitingen, obwohl die Gäste zwischenzeitlich mit 7:11 hinten gelegen hatten. In einer Halle, die eher Sauna als Sportstätte war, entschied am Ende der längere Atem.

Rebecca und Lena hielten die Meringerinnen mit starken Paraden im Spiel, und im Angriff ging Emma voran. Trotz konsequenter Manndeckung warf sie sechs Tore, zwei davon per Siebenmeter. Angi scheiterte beim ersten Siebenmeter, staubte den Abpraller aber mit voller Wucht ins Netz ab. Und dann Giuli: Ihr Trickwurf über die gegnerische Mauer war ein kleines Kunstwerk, schon im vorletzten Testspiel hatte sie damit für Staunen gesorgt.

Dann drehten die beiden Meitingerinnen Clara Weixler und Elisabeth Kuchenbaur auf, und ihr Team setzte sich bis zum 11:7 ab. Nach der Meringer Auszeit rückte der Abwehrverbund deutlich offensiver heraus, zur Pause hieß es 9:12. Gleich nach dem Wiederanpfiff traf Emy zum 10:12, und das Signal war klar: Hier wird noch gespielt! Das Umschaltspiel wurde schneller und Sophia schlug zu: zwei Tore in zwölf Sekunden zum 18:18. Emma legte das 19:19 nach, die Halle kochte, und das lag nicht nur an der Temperatur.

Dann kam die Phase, die das Spiel entschied: Meitingen zog mit einem 7:0-Lauf davon, gut neun Minuten blieben die Gäste ohne Tor. Ärgerlich, aber das 23:29 klingt deutlicher, als das Spiel über weite Strecken war.

Die Bank hat ihre Mädels durch alle Höhen und Tiefen getragen: Bei jedem Tor sprang sie auf, bei jedem Rückstand rief sie noch lauter. Wer da noch auf dem Feld stand, wusste, wofür sie spielt.

Ein großes Dankeschön geht an Olivia, die kurzfristig als Co-Trainerin eingesprungen ist. Auch Fuchsi, Vici und Saskia waren mittendrin statt nur dabei und haben das Team den ganzen Abend lautstark unterstützt, Fuchsi hielt zusätzlich die Highlights fest.

Der Moment, in dem der Handball plötzlich zur Nebensache wurde, kam in der 58. Minute beim Stand von 27:20: Nach einem harten Foul an Angi, ganz ohne Absicht, gab es eine rote Karte gegen Meitingen und ein Krankenwagen musste in die Halle. Es wurde still auf beiden Seiten. Was danach folgte, zeigt, worum es im Amateursport eigentlich geht: Die Meitingerin blieb bei Angi und entschuldigte sich persönlich bei ihr. Zum Glück geht es Angi inzwischen besser.

Trainer Alex hatte für die Zukunft schon das passende Bild parat, und das lässt wenig Interpretationsspielraum: „Weg vom Klofenster, hin zum Wohnzimmerfenster." Vorhang auf also für die bessere Aussicht, die nächste Gelegenheit gibt es am Samstag, 10.10.2026, um 19:30 Uhr auswärts beim TSV Wertingen.

 

Es spielten:

Rebecca, Lena (beide im Tor); Emma (6/2), Giuli (5), Angi (4/1), Liv (3), Sophia (2), Amy (1), Anna (1), Emy (1), Tanja, Lina, Charlotte, Tabea