"Bayernliga" - an den Klang dieses Wortes muss man sich beim SV Mering erst noch gewöhnen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins gelingt es einer Jugendmannschaft, sich für die höchste Spielklasse in Bayern zu qualifizieren.

 Nach der Meisterschaft in der BOL West in der vergangenen Saison startete man mit nahezu unveränderter Mannschaft in die Qualifikation für die Landesliga. Nach dem unglücklichen Aus in der ersten Runde im letzten Jahr war das Ziel, diesmal die Qualifikation zu überstehen und erstmals in der Landesliga auflaufen zu können. Schnell zeigte sich, dass die Mädels um das Trainergespann Daniel Schmidl und Andreas Ludwig einen großen Entwicklungsschritt in den zurückliegenden Monaten genommen haben. In Ludwigsfeld gewann man alle drei Spiele in höchst souveräner Weise und schloss das Turnier somit als Gruppenerster ab. Dies führte dazu, dass man für die nächste Runde in die Qualifikation zur Bayernliga aufstieg. In Ismaning wollte man dabei mindestens zwei Mannschaften hinter sich lassen, um bereits sicher für die Landesliga qualifiziert zu sein und die letzte Runde der Bayernligaquali zu erreichen. Hier tat man sich naturgemäß schon deutlich schwerer. Gegen Herrsching und Marktsteft musst man jeweils eine Niederlage hinnehmen. Allerdings konnte man sich gegen Gundelfingen, gegen welche man in der letztjährigen Qualifikation noch verloren hatte, durchsetzen und auch den Landesligameister der abgelaufenen Saison, die Mannschaft aus Ismaning, nach großem Kampf besiegen. Durch das Erreichen des dritten Platzes war klar: Der SV Mering spielt in der kommenden Spielzeit mindestens in der Landesliga.

Als schließlich die Gruppengegner der letzten Runde feststanden, rechnete man sich insgeheim die ein oder andere Chance aus, vielleicht tatsächlich etwas mitnehmen zu können. Die Möglichkeit, eventuell wirklich einmal in der höchsten Spielklasse Bayerns antreten zu können, war Motivation genug für die letzten Trainingseinheiten.

Am 27. Mai reiste man dann nach Schleißheim. Aufgrund der Platzierung der Gastgeber in der Saison, als sie den 4. Platz in der Landesliga belegten, rechnete man sich im Vorfeld durchaus die ein oder andere Chnce aus. Doch es wurde ziemlich schnell klar, dass die Meringer es mit einem übermächtigen Gegner zu tun hatten. Ein ums andere Mal kassierte man Gegentore durch Konterangriffe der Schleißheimer. Dabei konnte man der Mannschaft großteils nicht einmal fehlerhafte Abwehrarbeit vorwerfen. Die punktgenauen Pässe der gegnerischen Torhüterinnen waren schlichtweg nicht zu verteidigen. Auch die extrem gut organisierte Abwehr bereitete den Meringern immer wieder Probleme und so trennte man sich letztlich deutlich und in der Höhe völlig gerechtfertigt mit 13:27.

Nach diesem ersten Spiel war die Hoffnung auf den Einzug in die Bayernliga schnell dahin. Gerade gegen den nächsten Gegner, den TSV Haunstetten, rechnete man sich nicht unbedingt eine Chance aus. Als man die Haunstetterinnen jedoch im Vorspiel sah, schlug die Stimmung wieder um, denn diese Mannschaft war an diesem Tag auf jeden Fall schlagbar. Und tatsächlich konnte man bereits zu Beginn des Spiels in Führung gehen und diese bis zum 6:3 ausbauen. Als es beim Stand von 9:8 nochmal eng zu werden drohte, nahmen die Meringer eine Auszeit. In der Folge drehte man nochmals richtig auf und konnte sich bis zum Endstand von 15:10 absetzen. Nun war der Glaube zurückgekehrt, als Gruppenzweiter das Turnier beenden zu können und sich damit für die Bayernliga zu qualifizieren. Dazu musste man jedoch noch die Mannschaft aus Neunburg vorm Wald besiegen. Man kannte sich bereits aus Coburg, wo die Meringer beim Turnier um die Meisterschaft in der BOL das Duell gegen die Neunburger für sich entscheiden konnten. Doch das Spiel entwickelte sich anders als man es sich erhofft hatte. Zwar erspielte man sich im Angriff ein ums andere Mal tolle Torchancen, jedoch verhinderte immer wieder die Torhüterin oder die Latte einen Meringer Treffer. So lag man zur Pause mit 5:7 zurück. Im Vorfeld der Partie ergaben die vielen Berechnungen, dass auch eine Niederlage mit bis zu zwei Toren Unterschied für den zweiten Platz reichen würde. Doch die Spielerinnen zeigten, dass sie dieses Spiel auf jeden Fall für sich entscheiden wollten. Die Treffsicherheit kehrte zurück und in der Abwehr ließ man acht Minuten lang kein einziges Gegentor zu. Beim Stand von 14:8 war das Spiel entschieden, welches man letztlich mit 18:10 gewann.

Trotz des Sieges konnte man sich jedoch noch nicht freuen. Denn sollte Haunstetten im letzten Spiel des Tages gegen Schleißheim gewinnen, wäre man aufgrund der schlechteren Tordifferenz nur noch Dritter. Gespannt verfolgte man auf der Tribüne, wie sich die Gastgeberinnen gegen Haunstetten lange Zeit schwer taten. Gerade, als man sich ernsthafte Sorgen machte, dass die eigenen zwei Siege womöglich nicht reichen könnten, gelang es Schleißheim, sich immer weiter abzusetzen. Etwa zehn Minuten vor Spielende war die Partie entschieden und als nach dem Schlusspfiff ein 26:13 für Schleißheim zu Buche stand, war der erstmalige Einzug in die Bayernliga für Mering perfekt.

 

Beim anschließenden Sommerfest in Mering konnte sich die Mannschaft dann gebührend von allen Anwesenden feiern lassen. Vermutlich wird es noch einige Zeit brauchen, um tatsächlich realisieren zu können, was man in den drei Turnieren geleistet hat. Zunächst folgt jetzt aber erst einmal eine dreiwöchige Pause, um allen Beteiligten Zeit zum Durchatmen zu geben, ehe die Vorbereitung auf das Abenteuer Bayernliga beginnt.

 

An diesem sensationellen Erfolg waren beteiligt: Eva Rohrmoser, Caro Globisch; Tanja Teike, Caro Helpert, Marina Kroll, Eleni Zimmer, Ines Keppeler, Franzi Bühler, Alina Birnkammer, Tabea Laaber, Leonie Birnkammer

 

 

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